Der Rumba

Der Rumba entstand zwischen 1920 und 1930 in den ärmlichen Quartieren von Hafenstädten wie Havanna und Matanzas. Das Wort Rumba bedeutet Fest, Versammlung und stammt aus dem Bantu, wie zum Beispiel Macumba oder Tumba. In gewissem Sinn ist der Rumba eine weltliche Weiterentwicklung der liturgischen Yoruba-Musik mit Tanz, Perkussion und Gesang. Der Rumba ist nicht rein afrikanischen Ursprungs, denn im Umfeld, in dem er entstand, lebten zwar hauptsächlich Schwarze aber nicht nur. Die angesprochenen Quartiere befanden sich meist nahe beim Hafen, wo ihre Bewohner gelegentlich Arbeit fanden. Der Hafen hatte einen grossen Einfluss auf die im Rumba verwendeten Instrumente, wie zum Beispiel die "cajones", die nichts anderes waren als Kisten für Fische, deren Holz einen schönen Klang hatte. Sie dienten aber auch als Sitzgelegenheiten. Die "clave" war aus dem selben Holz, aus dem man in jener Zeit die hölzernen Nägel für die Schiffe machte. Die Feste fanden meistens in den "solares" statt, Wohnblocks mit Etagenbädern, wo die untersten Schichten der Bevölkerung lebten. Diese Häuser hatten einen Hof in der Mitte, in dem sich die Leute an gewissen Abenden versammelten um den "Rumba" zu machen. Dieser Anlass hatte vor allem einen sozialen Charakter, indem es den Armen ermöglichte sich zu versammeln, zu tanzen und sich in Liedern über allerlei Leute lustig zu machen. Es war auch eine Gelegenheit Kontakte zwischen den Geschlechtern zu knüpfen, aber auf eine weit weniger passive und anonyme Art, als das heute in Diskotheken üblich ist. Der Rumba war für die Männer eine Gelegenheit sich mittels improvisierten Reimen bei den Mädchen in Szene zu setzen, und es ist nur natürlich, dass die kubanischen Machos unter dem Druck des Wettbewerbs die Entwicklung des Gesangs, der Perkussion und des Tanzes schnell vorantrieben. Der Rumba ist ein Tanz der Unterschicht, in dem der sexuelle Akt vom Mann mit Bewegungen des Unterleibs angedeutet wird, während die Frau tanzend die häuslichen Arbeiten darstellt, oft in einer eher provokativen Art. Mit einem Tuch, das sie vor das Geschlecht hält, schützt sie sich vor den unvermittelten Attacken des Mannes. Die Musiker müssenn nicht nur für die rhythmische Basis der musikalischen Begleitung sorgen (etwa wie die Pianisten, die zu jener Zeit zu den Stummfilmen spielten), sondern ihre Aufgabe ist es auch, die Tänzer zu Höchstleistungen anzuspornen. Währenddessen intoniert ein Improvisator eine durch das tägliche Leben inspirierte Geschichte, die immer mit einem kurzen Chorgesang endet, welcher von den Anwesenden aufgenommen wird. Sobald der Chor einsetzt, füllt der Improvisator die Pausen mit Imprivisationen über das tanzende Paar oder über aktuelles Thema. Die Rhythmusinstrumente, die den Rumba begleiten sind: - Die Clave, zwei Holzstäbe, die gegeneinander geschlagen werden. - Die Tumbadoras (oder Congas), die in der Reihenfolge abnehmender Grösse folgendermassen bezeichnet werden: Rebajador, Tres-dos, und Quinto. Die Tumbadores können durch die Cajones ersetzt werden. Ihre unterschiedliche Grösse verleiht ihnen einen mehr oder weniger spitzen Klang. - Das Kata wird normalerweise aus einem Stück Bambus hergestellt, welches in horizontaler Lage mit Stöcken angeschlagen wird. - Die Maracas, manchmal sogar mit zwei mit Samen gefüllten Kugeln, welche sich an den Enden eines kurzen Holzstabes befinden. Der Rumba kann auch gespielt werden, wenn eines der Instrumente fehlt. Einige umgedrehte Schubladen als Cajones, ein Paar Löffel als Claven, die Rücklehne eines Stuhles als Kata reichen vollkommen, falls es Leute hat, die dazu singen können...